Geschichten aus dem Mahābhārata„Was immer in dieser Welt vorkommt, das findet sich auch im Mahābhārata; und was man darin nicht findet, das gibt es nirgendwo auf der Welt.“
(Mahābhārata, Ādi Parva 56.33)
Arjuna kauerte auf der blutgetränkten Erde. Völlig in sich zusammengesunken umschlang er mit seinen Armen die angewinkelten Knie und versuchte vergeblich, sein Gesicht zwischen seinen Oberschenkeln zu vergraben. Obwohl er sein Haar sowie auch sich selbst seit dem Ende der Schlacht, die später als die schrecklichste und gewaltigste Schlacht der Menschheitsgeschichte bekannt werden sollte, schon ein paar Mal gewaschen hatte, wirkte er noch immer etwas ungepflegt angesichts der Reste von Knochensplittern, Blut und Stofffetzen, die noch immer an ihm klebten.
Herrlich. Er liebte es, den warmen, starken Körper seines Pferdes unter sich zu spüren. Gierig sog er die Luft ein, die so klar und belebend war wie der Geist eines Yogis, der seine Sinne unter Kontrolle hat. In der Luft lag noch die Feuchte des Morgentaus, denn gerade erst hatte sich die Sonne entschlossen, den Horizont zu erklimmen.
Die Sonne stand schon hoch am Himmel. Śantanu, der von seiner Hauptstadt Hastināpura aus nicht nur das Königreich namens Hastina regierte, sondern als Kaiser der Welt über alle Königreiche Bhāratavarṣas gebot, bog nach seinem kurzen Ausflug in den westlichen Wald wieder auf seinen üblichen Weg ein. Bald würde er die Gaṅgā wiedersehen, den heiligsten aller Flüsse. Sein Lieblingsplatz war eine schattige, kleine Anhöhe, die einen wundervollen Ausblick auf diesen segenspendenden Strom bot.
© 2026 Valmiki Ramayana
