„Nein, nein, es ist kein Traum, auch wenn es traumhaft ist.“ Satyavatī versuchte, Ordnung in ihre Gedanken zu bringen. Doch das war schwer, denn sie saß auf dem kaiserlichen Prunkwagen, war umgeben von grimmig drein schauenden Kriegern in voller Montur und musste das unangenehm laute Rattern des Wagens ertragen.
Tatsächlich war es möglich, sogar die Trauer zu genießen. Das Salz kummervoller Tränen konnte durchaus manchmal einen ansonsten unerbaulichen Tag versüßen. Fürwahr, der Geist konnte sich besonders dann zu einem unbarmherzigen Einpeitscher aufschwingen, wenn die Seele um etwas trauerte.
Satyavatī wurde mehr und mehr vom schlimmsten aller Arten des Kummers überwältigt – vom Liebeskummer. Zwischen den Wogen des Schmerzes und der Hoffnungslosigkeit wie ein führerloses Schiff hin und her geworfen, blieb ihr scheinbar niemand anderer als die leuchtenden, gelben Freunde vor ihr, um Erleichterung zu suchen.
Satyavatī wurde jäh aus ihren Erinnerungen gerissen. Die Begrüßungsfanfare der Musiker am Stadttor war einfach zu laut, als dass sie sich noch auf etwas anderes hätte konzentrieren können. Mit Hilfe ihres Verstandes wechselte sie von einem Augenblick auf den anderen den Schauplatz ihrer Aufmerksamkeit und befand sich nun direkt wieder vor den Toren der berühmten „Stadt der Elefanten“.
Matsyarāja schaute sich um. Hinter ihm brodelnde, laute Menschenmassen, rechts von ihm Bhīṣma und Diviratha, die sich noch immer aufgeregt unterhielten; links von ihm seine Tochter, deren hübsches Gesicht durch den Sari kaum zu sehen war, und vor ihm der riesige Palast des Kaisers, der ihm niemals zuvor so gewaltig und ehrgebietend erschienen war.
© 2026 Valmiki Ramayana
