„Geliebter Vater, dein letztes Leben verbrachtest du auf den himmlischen Planeten. Und das Leben davor warst du, genau wie in diesem Leben, ein rechtschaffener König.“ Śantanu achtete genauestens auf jedes einzelne Wort seines Sohnes. Er hatte zwar keine Veranlassung zu befürchten, dass Devavrata diese Offenbarungen nicht noch einmal wiederholte, wenn er nachfragen würde, aber allein die Möglichkeit, dass sein Sohn nur ein einziges Mal das Geheimnis lüften könnte, trieb Śantanu zu einer Konzentriertheit, die der völligen Versenkung eines Yogis in seinen Mantra glich.
Śantanu rollte sich von der Seite auf den Rücken. Wie er es als Kind immer zu tun pflegte, legte er seine linke Hand flach unter seinen Kopf, um ihm eine Stütze und eine Polsterung zu schenken. Mit seiner rechten Hand zupfte er einen Schachtelhalm mühelos aus dem Boden und drehte ihn mit zwei Fingern hin und her. Er schaute den Wolken zu, die langsam vorüber zogen, rekelte sich noch etwas und schien sich dann endlich eingerichtet zu haben, um Devavrata zu antworten.
Devavrata wusste, dass er jetzt an der Reihe war zu sprechen. Doch er ließ sich Zeit, schließlich gab es keinen Grund zur Eile. Die Sonne würde sich erst in einer Stunde in Marsch setzen, um langsam unter den Horizont zu wandern. Er hatte gut gespeist und würde nichts mehr zu sich nehmen müssen. Lediglich seiner heißen Honig-Ingwer-Milch, die er jeden Abend trank, würde er heute noch gestatten, seinen Magen aufzusuchen. (Es hatte ihn allerdings einige Wochen Übelkeit und Überwindung gekostet, bis er sich mit der irdischen Milch angefreundet hatte, da diese sich immens in Farbe, Geschmack und Wirkung von der himmlischen unterschied. Inzwischen hatte er sich daran gewöhnt und war zufrieden.)
Und Devavrata empfing noch eine andere Ahnung. Einerseits deutlich wahrnehmbar, doch andererseits nicht greifbar, spürte er in sich eine Liebe ruhen, eine Liebe, die nur für eine einzige Person bestimmt war. Er wusste selbst noch nicht, für wen. Mit philosophischer Überlegung wäre der junge Prinz wahrscheinlich in der Lage gewesen, die Person zu nennen, die das höchste Objekt seiner Begierde sein musste.
© 2026 Valmiki Ramayana
