Śantanu hielt sich die Hand schützend an die Stirn, um das gleißende Sonnenlicht zu dämpfen. Kein Zweifel – da stand ein kampfbereiter Kṣatriya. Da Śantanus linker Ellenbogen fast eine waagerechte Linie bildete, hing der Ärmel seines Gewandes locker nach unten. In eben diesem Ärmel regte sich plötzlich etwas. Śantanu ließ sofort seinen Arm sinken und schüttelte seinen Ärmel aus.
Śantanu schaute noch immer staunend auf den Jüngling und erwartete ein weiteres Zeichen. Ihm wurde in diesem Augenblick wieder bewusst, dass er, noch immer völlig durchnässt und noch immer mit einer schmerzenden Hand und einem angeschlagenen Arm, seine Pflicht zu erfüllen hatte. Es galt, den Staudamm zu zerstören. Entweder gelang ihm dies jetzt oder es wäre die Zeit gekommen, sein Leben zu geben. Für einen König seines Ranges gab es nur zwei Möglichkeiten, einen Kampf zu beenden – Sieg oder Tod.
Immer wieder umarmte Śantanu seinen Sohn und hätte diesen wohl noch eine ganze Weile weiter geherzt, wenn er nicht bemerkt hätte, dass Devavrata diese Behandlung wesentlich weniger zu genießen schien als er selbst. Der König begriff, dass hier etwas mehr Zurückhaltung angebracht war. Schließlich geziemte sich ungezügelte Leidenschaft für einen Monarchen höchstens auf dem Schlachtfeld.
© 2026 Valmiki Ramayana
